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Bevor du entscheidest · Investition

Was Software wirklich kostet.

Ein ehrlicher Blick auf das Geld - jenseits von Tagessätzen und Marketing. Sechs Punkte, die jeder Mittelständler kennen sollte, bevor er ein Angebot anfragt.

Worum es geht

Über Geld redet in der Software-Branche fast niemand offen. Wir finden, das ist ein Fehler.

Wer eine Software bauen lässt, gibt fünfstellig Geld aus - manchmal sechsstellig. Und ist trotzdem oft am Ende ratlos, was sich da eigentlich abgespielt hat. Diese Seite ist der Versuch, das Gespräch zu führen, das im Verkaufstermin oft fehlt. Sechs Punkte, jeder mit einer ehrlichen Antwort.

Eins

Der Stundensatz ist nicht das, was du wissen willst.

Fast jede Anfrage beginnt mit der Frage: "Was kostet bei euch eine Stunde?" Das ist verständlich - aber es ist die falsche Frage. Niemand möchte Stunden kaufen. Du möchtest, dass dein Problem gelöst ist.

Ein Entwickler mit 80 Euro Stundensatz, der vier Tage für eine Sache braucht, ist teurer als einer mit 140 Euro, der sie in einem Tag löst. Stundensatz mal Aufwand ist die Rechnung - und der Aufwand hängt am Können, am Werkzeug und an der Erfahrung. Unsere typischen Sätze liegen zwischen 110 und 150 Euro pro Stunde, je nach Komplexität. Aber die ehrlichere Zahl ist die Gesamtsumme für ein klar umrissenes Stück Arbeit.

Zwei

Festpreis klingt sicher und wird oft zur Falle.

Viele Kunden wünschen sich einen Festpreis. "Sagt mir die Summe, dann weiß ich, woran ich bin." Das ist menschlich. Es ist nur meistens nicht das, was am Ende hilft.

Wer dir einen Festpreis nennt, bevor er das Problem wirklich verstanden hat, muss raten. Und er rät absichtlich zu hoch, weil sonst sein Risiko zu groß wird. Das Ergebnis: Du zahlst einen Sicherheitsaufschlag, der entweder nie gebraucht wird (du zahlst zu viel) oder der trotzdem nicht reicht (Streit über Mehrforderungen). Wir arbeiten mit Schätzbereichen, nicht mit Punktsummen. Und wir nennen sie erst nach der Problemanalyse - vorher wäre jede Zahl geraten.

Warum die Branche trotzdem Festpreise verkauft

Festpreise wirken professionell und reduzieren Verkaufsreibung. Sie sind ein Werkzeug, mit dem Kunden überzeugt werden, einen Vertrag zu unterschreiben. Die teure Wahrheit kommt erst, wenn der Festpreis entweder zu Mehrforderungen führt oder zu einem Produkt, das offiziell "im Budget" ist, aber an wichtigen Stellen abgeschnitten wurde, weil sonst die Marge weg war.

Es gibt einen Mittelweg: Festpreis pro Phase. Erst die Problemanalyse zum Festpreis (klein, klar umrissen). Dann das Ergebnis - und ein neuer Festpreis für die nächste Phase, jetzt mit echtem Wissen. So funktioniert es bei uns.

Drei

Der Bau ist nicht der teure Teil. Das Leben danach ist es.

Wer Software bauen lässt, denkt fast immer nur an den Bau. Das ist, als würdest du beim Hauskauf nur den Preis des Baus rechnen - nicht Heizung, Versicherung, Reparaturen, Strom, Versorgung.

Für deine Software heißt das: Hosting (typisch 20 bis 200 Euro pro Monat, je nach Größe), Pflege (kleine Anpassungen, Updates der Bibliotheken, neue Anforderungen - selten unter 200 Euro pro Monat bei aktiven Systemen), Weiterentwicklung (wenn du sie weiter nutzen willst, willst du sie auch weiter verbessern). Eine Software, die einmal gebaut und dann stehen gelassen wird, verfällt in zwei Jahren. Wer dir Software anbietet, ohne über das Danach zu sprechen, ist nicht ehrlich mit dir.

Vier

Die teuersten Stunden sind die, die nie hätten passieren sollen.

Software-Projekte gehen selten an der Technik kaputt. Sie gehen an Missverständnissen kaputt. "Das hatten wir doch besprochen." "Davon war nie die Rede." "So war das nicht gemeint." Jede dieser Stunden ist bezahlte Zeit, die niemand gewollt hat.

Die mit Abstand wichtigste Investition zu Beginn ist nicht Code, sondern Verstehen. Wer eine Woche mit Diagnose und Skizze beginnt, spart später zwei Monate Rückbau. Wir nehmen dafür einen klar getrennten ersten Schritt - die Problemanalyse - der für sich funktioniert. Wenn du nach der Problemanalyse merkst, dass wir nicht die Richtigen sind, hast du ein klares Dokument in der Hand und gehst weiter. Kein Lock-in, keine Mehrforderung.

Fünf

Wo Geld realistisch landet - drei Größenordnungen.

Damit du eine grobe Vorstellung hast, wo dein Projekt landen könnte:

Kleines Werkzeug - 4.000 bis 12.000 Euro. Ein klar umrissener Helfer: ein internes Formular, das Daten sammelt und versendet. Ein Dashboard für eine konkrete Frage. Eine Automatisierung zwischen zwei bestehenden Systemen. Zwei bis vier Wochen Arbeit.

Mittleres System - 15.000 bis 45.000 Euro. Eine eigene Anwendung mit mehreren Nutzerrollen: Anfragenmanagement, Terminbuchung, kleines CRM, Materialverwaltung. Zwei bis vier Monate Arbeit, in mehreren Phasen.

Größeres Vorhaben - 50.000 Euro und aufwärts. Ein vollständiges Betriebssystem für deine Firma, das mehrere Abteilungen ablöst oder verbindet. Sechs Monate bis zwei Jahre, immer in klaren Etappen mit Zwischenergebnissen. Das ist kein Sprint, sondern eine Begleitung.

Sechs

Was wir tun, wenn dein Budget kleiner ist als der Bedarf.

Es passiert oft, dass jemand zu uns kommt, der eine Lösung für 20.000 Euro will - bei einem Problem, das ehrlich gerechnet 60.000 kostet. Die meisten Anbieter sagen dann entweder ja (und kürzen heimlich) oder nein. Wir tun beides nicht.

Wir sagen, was wir sehen. Und wir bauen nicht das Ganze, sondern den Teil, der mit deinem Budget den größten Hebel hat. Vielleicht ist das eine erste Stufe, die später wächst. Vielleicht ist es ein kleineres Werkzeug, das ein bestehendes Tool nicht ersetzt, sondern ergänzt. Vielleicht ist es auch nichts - wenn wir merken, dass dein Geld an dieser Stelle nicht gut investiert wäre, sagen wir das. Lieber kein Auftrag als ein unzufriedener Kunde.

Was diese sechs Punkte eint

Geld ist nicht das eigentliche Thema. Vertrauen ist es. Und Vertrauen entsteht durch Offenheit, nicht durch Glanzbroschüren.

Wir nennen unsere Sätze, unsere Schätzbereiche und unsere Größenordnungen, weil wir glauben, dass du das Recht hast, das vor dem Erstgespräch zu wissen. Wer mit dieser Offenheit nicht arbeiten will, ist bei uns nicht richtig. Wer sie schätzt, soll wissen: Du wirst bei uns nie ein Angebot bekommen, in dem etwas versteckt ist.

Wenn du eine Größenordnung im Kopf hast

Eine Mail mit deiner Idee und einem groben Rahmen reicht. Wir sagen ehrlich, ob das machbar ist - oder wo es kippt.

Wie wir bei der Problemanalyse genau vorgehen, steht unter Bevor wir bauen, klären wir, was kaputt ist. Welche staatlichen Förderprogramme dein Projekt vielleicht günstiger machen, findest du unter Förderung für Digitalisierung. Was nach dem Bau ansteht und kostet, steht unter Wartung und Weiterentwicklung.

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