Was nach dem Bauen kommt - und warum es mindestens so wichtig ist wie der Bau selbst. Sechs Punkte zur Frage, die vor dem Auftrag selten gestellt und drei Jahre später bereut wird.
Eine Software ist kein Möbelstück. Sie ist mehr wie ein Garten - sie wächst, sie verändert sich, sie verlangt regelmäßige Pflege.
Wer das beim Vertragsabschluss nicht versteht, wird in zwei Jahren mit zwei Problemen aufwachen: Die Software funktioniert nicht mehr richtig - und niemand fühlt sich zuständig. Diese Seite ist der Versuch, vorher zu klären, was hinterher kommt.
Viele denken bei Wartung an einen Mechaniker, der einmal im Jahr nach dem Rechten sieht. Bei Software ist es anders. Software wird nicht durch Nutzung abgenutzt, sondern durch die Welt um sie herum.
Ein konkretes Beispiel: Deine Software nutzt eine Bibliothek eines Drittanbieters - sagen wir, für die Zahlungsabwicklung. Diese Bibliothek bekommt ein Sicherheitsupdate. Wenn niemand das Update einspielt, hat deine Software in einem halben Jahr eine bekannte Sicherheitslücke. Das passiert dutzendfach im Jahr - es ist normal, es ist keine Schlamperei. Wartung heißt: Jemand schaut regelmäßig, was sich draußen ändert, und passt deine Software entsprechend an.
Software-Pflege ist nicht ein Ding, sondern drei. Du solltest sie unterscheiden können, wenn du einen Wartungsvertrag liest.
Schicht eins - Betrieb. Server laufen, Sicherungen laufen, niemand kann die Seite knacken. Das ist die Basis. Wer keinen Vertrag dafür hat, hat keinen Vertrag. Typischer Aufwand: kleinere Beträge im Monat für Hosting, plus ein paar Stunden im Quartal für Sicherheitsprüfung.
Schicht zwei - Erhalt. Bibliotheken werden aktualisiert, kleinere Bugs werden behoben, neue Browser- und Geräte-Versionen werden geprüft. Hier kommen die meisten unsichtbaren Stunden zusammen. Typischer Aufwand bei aktiver Software: 2 bis 8 Stunden pro Monat.
Schicht drei - Weiterentwicklung. Neue Funktionen, neue Anforderungen, geänderte Geschäftsprozesse. Das ist keine Wartung im engeren Sinne, sondern Neubau auf bestehender Basis. Aufwand variiert stark, oft 0 bis 40 Stunden pro Monat, je nach Phase.
Software ohne Pflege ist nicht für die Ewigkeit gebaut, auch wenn sie heute funktioniert. Sie verfällt - meistens unauffällig.
Die Anzeichen entwickeln sich über Monate. Zuerst: Eine kleine Funktion zickt im neuen Browser. Dann: Eine Schnittstelle bricht, weil der Partner sein System umgestellt hat. Dann: Eine Sicherheitslücke wird bekannt, niemand schließt sie. Dann: Die Software kann nicht mehr aktualisiert werden, weil sie zu weit hinterherhinkt. Am Ende: Ein komplettes Neuschreiben - das nun teurer ist als jahrelange Pflege gekostet hätte. Das ist die traurige Realität vieler Mittelstands-Projekte, die einmal gebaut und nie gepflegt wurden.
Wenn deine Firma sich verändert, verändert sich auch dein Bedarf an Software. Das ist nicht ein Fehler im ursprünglichen Bau, sondern ein gutes Zeichen: Du nutzt die Software.
Typische Beispiele aus unserer Praxis: Ein neuer Geschäftszweig kommt dazu - die Software muss neue Felder, neue Berichte, neue Workflows kennen. Ein gesetzlicher Rahmen ändert sich - plötzlich brauchst du eine andere Belegnummer. Ein Mitarbeiter bringt eine gute Idee mit, die den Alltag spürbar erleichtern würde. Solche Anpassungen sind nicht etwas, was nicht hätte passieren dürfen. Sie sind das normale Leben einer Software, die genutzt wird.
Ein guter Wartungsvertrag ist kurz, klar und enthält fünf Dinge.
Eins: Was genau gepflegt wird (Betrieb, Erhalt, Weiterentwicklung - alle drei oder nur Teile).
Zwei: Wie schnell auf Probleme reagiert wird (Reaktionszeit nicht mit Lösungszeit verwechseln; bei kritischen Systemen meistens innerhalb von Stunden, sonst innerhalb von ein bis zwei Werktagen).
Drei: Was pauschal enthalten ist und was extra abgerechnet wird (typisch: kleine Pflege pauschal, größere Änderungen nach Stunden).
Vier: Wie der Vertrag endet, wenn du ihn nicht mehr willst (Kündigungsfrist, Übergabe an Nachfolger).
Fünf: Was passiert, wenn der Anbieter weg ist (Quellcode-Hinterlegung, Dokumentation, klare Übergabe-Bedingungen).
Unsere Wartung läuft mit einem festen monatlichen Stundenkontingent, das wir gemeinsam mit dir festlegen - meistens zwischen drei und fünfzehn Stunden pro Monat, je nach Größe der Software. Nicht verbrauchte Stunden werden in den Folgemonat mitgenommen, drei Monate weit. Über Stunden hinaus rechnen wir transparent ab, immer mit Voranmeldung.
Was du dafür bekommst: Sicherheitsupdates ohne dass du nachfragen musst. Antwort innerhalb eines Werktags bei Problemen. Quartalsweise einen kurzen Bericht, was passiert ist. Und vor allem: einen Ansprechpartner, der deine Software kennt und nicht wechselt. Wartung ist Beziehung - und Beziehung braucht Konstanz.
Software-Häuser verdienen meistens am Neubau. Wartung ist unattraktiv - weniger Marge, mehr Aufwand pro Stunde, niedrigere Stundensätze. Die Folge: Wartung wird stiefmütterlich behandelt, auf wechselnde Junior-Entwickler verteilt oder am Ende ganz aufgegeben.
Wir glauben: Wer eine Software baut, sollte sie auch pflegen können wollen. Wenn wir wissen, dass uns die Pflege ein Jahr später nervt, bauen wir schon beim ersten Mal anders - sauberer, dokumentierter, leichter zu warten. Wer nur baut und danach abgibt, hat weniger Anlass, sich Mühe zu geben. Wer bleibt, hat allen.
Eine Software, die nicht gepflegt wird, ist eine Software, die man nicht ernst genommen hat.
Wir bauen Software, die drei Jahre später noch trägt - vorausgesetzt, sie wird in der Zwischenzeit gepflegt. Ohne Pflege trägt nichts. Mit Pflege wächst die Software mit deinem Betrieb. Das ist nicht laufender Aufwand, das ist laufender Wert.
Wem der Quellcode am Ende gehört, steht unter Wem gehört eigentlich der Code?. Was Software grundsätzlich kostet, steht unter Was Software wirklich kostet. Warum die meisten Projekte nicht am Bauen, sondern am Danach scheitern, steht unter Wo Projekte im Mittelstand scheitern.